Mein Wunsch an Martin Schulz

Hallo Herr Schulz,
meinen Glückwunsch zum aktuellen Trend. Ich habe eine Menge von Ihnen zu den dringenden Themen der Zeit gelesen und begrüße auch Ihre Bereitschaft, über eine Reform der Hartz-Gesetze zu diskutieren. Meine Frage gilt allerdings einem Thema, das in der aktuellen Legislaturperiode keine Berücksichtigung fand: die Ehe für alle und das damit verbundene Thema der Gleichstellung Homosexueller. Eine Kanzlerin Merkel hat dabei, wie wir hören durften, ein unwohles Bauchgefühl. Eine große Mehrheit der Bevölkerung hat dieses Gefühl inzwischen aber nicht mehr, und auch im Bundestag gäbe es – würde man den Koalitionsvertrag außer Acht lassen – bereits jetzt eine größere Mehrheit für eine Gleichstellung.
Ich verstehe, dass eine Regierung Schulz viele wichtige Themen anpacken muss, von denen die soziale Ungerechtigkeit eines der größeren ist. Die Ehe für alle betrifft nur eine Minderheit, aber sie wäre ein gewaltiges Zeichen dafür, dass es einer SPD-geführten Regierung Ernst ist mit einer echten Gleichberechtigung der Menschen. Zudem wäre sie billig zu haben, da alle wesentlichen Prozesse bereits eingerichtet sind – und man müsste nicht weiterhin Flickwerk an einer Vielzahl von Gesetzen betreiben, bloß um neben „Ehepartner“ auch noch das Wort „Lebenspartner“ unterzubringen.
Das neue Mantra des bayerischen Ministerpräsident ist die „Obergrenze“, ohne die er keinen Koalitionsvertrag unterschreiben will. Ich würde mich richtig freuen, wenn Sie keinen Koaltionsvertrag ohne die „Ehe für alle“ unterschreiben würden.
Mit besten Grüßen

Ihr JL7

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Eine Antwort auf Mein Wunsch an Martin Schulz

  1. Egbert sagt:

    Moin JL7,
    die Ehe nach religiösen Vorbildern hat sich überlebt. Die Ehe als Wirtschaftsgemeinschaft ist unnötig geworden. Warum will irgendein Mensch auf der Welt mit einem anderen eine staatliche Gängelungsgemeinschaft eingehen?
    Persönliche Verbundenheit macht sich nicht an (überkommenen) Rechtskonstrukten fest, sondern eben an der zwischenmenschlichen Beziehung.
    Insofern gehört Ehe abgeschafft. Statt ihrer sollten Hilfen angeboten werden, falls es kriselt, damit Paare (gleich welcher Art) einen Ausweg für sich und angebundene Dritte finden können.
    Grüße
    EGBERT

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