Digital-Oszilloskop fürs Schaltpult

Das Oszilloskop des EE2007 fand ich zunächst äußerst langweilig, bis ich begriff, dass es einen konstruktiven Mangel besaß: es war auf denselben Grundplatten aufgebaut, auf denen ich ansonsten Schaltungen aufgebaut hätte, an denen man es für Messungen hätte nutzen können. Ich baute es dann später auf einer Extra-Platine auf, und das war für mich die Tür in eine ganz neue Welt zum Verständnis von Nieder- und Hochfrequenz.


Bei diesem Neuansatz wollte ich nun keine Bildröhre mehr einsetzen, und meine Suche nach einem Speicheroszilloskop brachte den hier eingesetzten Bausatz zutage, der für mich eine sehr gute Ergänzung des Philips-Schaltpult-Ansatzes ist. Es handelt sich dabei um ein Do-it-yourself-Kit der Firma JYEtech, bei dem alle SMD-Bauteile bereits verlötet sind und man nur die größeren Bauteile wie Kondensatoren und alle Anschlüsse selbst verlötet. Es hat ein Format, mit dem es ganz wunderbar ins Philips-Schaltpult integriert werden kann. Es ist einkanalig nutzbar bis zu 1 MHz und besitzt auch einen eingebauten Frequenzzähler. Der Preis: knapp 60 Euro inklusive Versand.

Zur Befestigung: ich habe in ein Schaltpult ein großes Loch mit vier Aussparungen gesägt – etwas, das ich mich während meiner Teenager-Zeit niemals getraut hätte. Die Aussparungen dienen zur Befestigung des Oszilloskops. Es wird mit +9V angetrieben und über dieselbe Quelle versorgt, die auch die Schaltung antreibt; es wird auch über den Potentiometerschalter eingeschaltet. Dadurch kann man es auch alleine im Schaltpult – also ohne Grundplatten – zur Messung an anderen Schaltungen benutzen. Beim Einschalten bootet es zunächst und ist dann innerhalb von 5 Sekunden betriebsbereit.

Einige Sachen, die mit dem EE2007-Oszi möglich sind, fehlen hier. Beispielsweise kann man die y-Achse nicht selbst steuern, damit sind keine Lissajous-Figuren oder Kennlinienschreiber möglich. Ich persönlich bin aber durch den Frequenzzähler mehr als entschädigt. Das auf den Bildern gezeigte Signal ist der 50Hz-Netzbrumm, übertragen durch einfaches Anfassen des Eingangskabels.

Es folgen noch die Spezifikationen:

  • Maximum equivalent-time sampling rate (hardware) – 20MSa/s
  • Maximum real-time sampling rate – 2MSa/s
  • Resolution – 8 bits
  • Record length – 256 bytes
  • Analog bandwidth – 1MHz
  • Vertical sensitivity – 100mV/Div – 5V/Div
  • Vertical position adjustable with indicator
  • Input impedance – 1M ohm
  • Max input voltage – 50Vpk (1x probe) [500Vpk for 10x probe]
  • DC/AC/GND coupling
  • Horizontal – 0.5us/Div – 10m(minute)/Div
  • Auto/Normal/Single trig modes
  • Rising/Falling edge trigger
  • External trig available
  • Trigger output is available, which makes it possible to cascade scopes to do multi-channel capture.
  • Trigger level adjustable with indicator
  • Hold/run feature
  • Save/recall up to 6 captures
  • FFT function available – size of 256 points and 512 points selectable, sampling rate of 1Ksps to 2Msps selectable
  • Transfer screen to PC as bitmap file via serial connection
  • Built-in 500Hz/5Vpp test signal
  • Frequency Meter (For TTL level input signal)
  • Auto switching between Oscilloscope Mode and Frequency Meter Mode
  • 9V DC power supply
  • Dimension: 110mm X 65mm X 25mm (without case)
  • Weight: 125 gram (not including probe and power adapter)

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2 Antworten auf Digital-Oszilloskop fürs Schaltpult

  1. Tanja sagt:

    Hallo,

    bin über Deinen Beitrag des Baukasten Forums hier gelandet. Vor allem viel mir auf den Fotos das Oszilloskop JYE Tech auf, das ich ebenfalls besitze. Meines liegt nur rum. Das Oszilloskop in die alten Pulte von Philips einzubauen ist eine gute Idee.
    Die Frage die Du hier irgendwo gestellt hast nach dem Sinn die alten Experimentierkästen zu kaufen stelle ich mir auch. Teil der Motivation ist sicher ein wenig Nostalgie, positive Erinnerungen an die Jugendzeit. Was heute fehlt ist die Faszination ein bestimmtes Gerät zum ersten Mal selbst gebaut zu haben. Bei mir war das ein MW -Radio von Kosmos und später ein Digitalmultimeter-Bausatz von Philips. Das ist nicht wiederholbar, es gibt immer nur ein erstes Mal.

    Deine Idee heute Mögliches mit den alten Kästen zu verbinden finde ich genial, das gibt der Beschäftigung mit den Experimentierkästen frischen Wind, ganz neue Perspektiven. So, Danke für Deinen Denkanstoß!

    Grüße Tanja

  2. JeanLuc7 sagt:

    Salut Tanja,

    stimmt – das mit dem ersten Mal ist nicht wiederholbar. Ich erinnere mich noch gut an mein erstes MW-Radio – das war klasse. Aber mit den Möglichkeiten, die ich heute habe (technisch und – gegenüber der Teenagerzeit – finanziell) lässt sich das eine oder andere „erste Mal“ auch heute noch erzeugen 🙂

    Grüße, JL7

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