Abgleich und Dimensionierungshinweise

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Zusammenbau der Platine

Die Platine ist zweiseitig und erfordert daher keine Drahtbrücken – bis auf eine, siehe weiter unten. Die Bestückung erfolgt am besten in der Reihenfolge Widerstände – Dioden – Kondensatoren – Verbindungsklemmen – IC-Sockel – Transistoren, wobei die beiden Transitorpärchen am oberen Rand mit einer Schraube und etwas Wärmeleitpaste physisch miteinander verschraubt werden müssen, um bei beiden Transistoren das gleiche Temperaturverhalten zu erzielen.

Anhand der zu verwendenden Röhre ist zu entscheiden, welche negative Spannung benötigt wird. Bei Anodenspannungen größer als 800V (gemessen gegenüber der Kathode) empfiehlt sich die Brücke hin zu -900v, ansonsten genügen -600V.

Die hier herunterladbare Bestückungsliste beschreibt die Komponenten aller bisher getesteten Röhren – in Bezug auf Spannungsteiler und Empfindlichkeit der Ablenkverstärker sind gewisse Unterschiede bei der Bestückung erforderlich.

Abgleich

Der Abgleich der Einheiten ist nicht sonderlich komplex. Auf der Bildröhrenplatine befindet sich nur zwei Potentiometer, die nicht nach außen gelegt ist. Das eine dient zur Einstellung der Anodenspannung. Bei vielen Röhren ist diese Spannung gleich der mittleren Ablenkspannung zu wählen, damit der Bildpunkt schön rund aussieht. Zusammen mit dem Fokus-Poti muss der Strahl (Bildpunkt) dann so eingestellt sein, dass er möglichst klein ist. Eine einmalige Einstellung dieses Potis genügt.

Das zweite Potentiometer dient zur Kontrasteinstellung. Es darf auf „Maximalkontrast“ (linker Anschlag) stehen.

Der Trafo muss mit den drei Anschlussklemmenpaaren verbunden werden. Er liefert sekundärseitig 220V (rote Drähte), 15V (grüne Drähte) und 6,3V (schwarze Drähte). Die roten Drähte werden an die Klemmen auf der linken Seite in der Mitte angeschlossen. Die grünen Drähte werden mit den beiden Klemmen links unten verbunden, und die schwarzen Drähte werden mit den Klemmen inmitten der Platine verbunden. Primärseitig besitzt der Trafo zwei Wicklungen für 2x115V. Beide müssen hintereinander geschaltet werden, wenn der Trafo mit dem 230V-Netz verbunden werden soll. Dabei beschreiben die Farben die Wickelrichtungen des Trafos – es muss bei der Zusammenschaltung gelb mit weiß verbunden werden; ansonsten werden sekundärseitig keine Spannungen übertragen.

Nach dem Aufbau sollte man – noch ohne angeschlossene Röhre – zunächst mit der Überprüfung der einzelnen Spannungen beginnen.

Die drei Niederspannungen können am mittleren Steckern am unteren Rand abgegriffen werden. Die Abfolge der Pins ist von oben nach unten (+12V/ Masse / +5V / Masse / -12V). Wenn diese Spannungen nicht korrekt sind, liegt der Fehler irgendwo im Bereich rund um die drei Spannungsregler LM7805/7812/7912.

Danach erfolgt der Test der Hochspannungen. Am den Widerständen  sollte sich die negative Hochspannung (etwa -600 oder -900V gegen Masse) messen lassen. Am oberen Rand der Platine kann man die positive Hochspannung messen (ca. +250V).

Hinweis: Alle Spannungen sind sekundärseitig entkoppelt. Es darf keinesfalls ein Anschluss an eine externe Masseleitung (Erde) erfolgen, da ansonsten die Hochspannung auf einem Potential gegen Erde liegt und gefährlich werden kann. Die Hochspannungen an der Bildröhre führen nur sehr geringe Ströme. Sie sind zwar nicht ungefährlich, aber eine Berührung ist für Erwachsene auch nicht lebensgefährlich. Anders verhält es sich mit dem 230V-Sekundärkreis. Ein direktes Berühren der 230V-Kabel des Trafos und der zugehörigen Anschlüsse auf der Platine sollte unbedingt vermieden werden.

Wenn diese Spannungen stimmen, wird als nächstes der Spannungsteiler geprüft. Dazu kann man nacheinander die einzelnen Pins des Steckverbinders für die Röhre gegen Masse messen. Deren Spannungen müssen nun dem Datenblatt entsprechen. Die Spannung zwischen den Pins 1 und 2 bzw. 3 und 4 sollte sich zudem mit den beiden Reglern für die Bildposition auf Null stellen lassen – dann ist später der Bildpunkt mittig ausgerichtet.

Wenn alles stimmt, kann man ausschalten, die Bildröhre anschließen und wieder  einschalten. Jetzt sollte nach ein paar Sekunden der Leuchtpunkt mittig zu sehen sein. Er sollte sich mit den Reglern für die Bildposition verschieben lassen. Wenn man die Regler für die Amplituden aufdreht und gleichzeitig die Stiftleiste rechts unten berührt, sollte man bereits Auslenkungen sehen können.

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An die Stiftleisten wird dann entweder das PAL-Modul angeschlossen – oder man führt die Anschlüsse direkt nach draußen, und hat dann eine reine Bildröhreneinheit ohne zusätzliche Eingänge.

Dimensionierungshinweise

AC/DC – eine Frage der Eingänge

Die Bildröhreneinheit ist gleichspannungsgekoppelt – das Signal kann daher auch mit einer Gleichspannung ausgelenkt werden. Damit können beispielsweise auch sehr langsame Bewegungen des Elektronenstrahls simuliert werden. Der Nachteil dieser Beschaltung liegt in der Notwendigkeit einer Bildpositionsregelung. Denn jeder Gleichanteil eines Signals verschiebt den Strahl aus der Mitte heraus. Die Röhre hat hierzu bereits Regler, mit denen die Mittenpositionierung durchgeführt werden kann.

Trotzdem kann es aber nerven, jedesmal den Strahl suchen zu müssen, wenn man eine neue Schaltung ausprobiert. Man kann daher die Eingänge für X und Y auch über einen 1µF-Kondensator von der Gleichspannung entkoppeln. Dann entspricht das Verhalten exakt dem der EE2007-Bildröhreneinheit – beim Anlegen einer Gleichspannung wird der Strahl dann nur kurzfristig aus der Mitte gelenkt und kehrt sofort zurück. Man verliert dann die „langsame“ Aussteuerung – trotzdem habe ich diesen Weg gewählt, weil er kaum eine Einschränkung bringt, ansonsten aber die Kompatibilität wahrt.

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