Einkaufsphase – Beschaffung aller nötigen Komponenten

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Nachdem ich mich entschieden hatte, einen iMac-ähnlichen Computer selbst komplett zusammenzubauen, ging es zunächst daran zu erklären, welche Teile zu beschaffen waren. Es ergab sich, dass ich zu diesem Zeitpunkt eine ebay-Auktion für ein komplett leergeräumtes iMac-G4-Gehäuse für mich entscheiden konnte. Damit stand der Formfaktor des Displays fest, und ich beschloss ein wenig blauäugig, gleich ein passendes Display dazuzukaufen. Meine Wahl fiel auf ein Samsung LTN170X2-L02, ein 1440×900-Display, das ich für 30€ bekam.

Beim Herunterladen des Datenblatts wurde ich gewahr, dass für diese Displays spezielle, nicht genormte LVDS-Stecker benötigt wurden. Aber ich wurde bei ebay schnell fündig: ein Konverter, der die Ansteuerung des Displays übernimmt und auf der anderen Seite Eingänge für DVI und VGA besitzt, sollte es richten. Solche Konverter werden für eine Vielzahl von Displaytypen angeboten, und man erhält das gewünschte Exemplar passend zum Display, dessen Typ man nach der Auktion zunächst nennen muss. Lieferort: China. Damit war für mich das Thema zunächst erledigt.

Nun musste die Frage geklärt werden, welches Board in den iMac eingebaut werden könnte. Der Formfaktor des iMac ist rund und damit für kein existierendes Standardboard geeignet. Es kamen letztlich nur die Formfaktoren miniITX (17x17cm) und ECX (etwa so groß wie eine 3,5″-Festplatte) infrage. Das System sollte zudem lautlos sein – große Kühler verbieten sich in einem iMac-Gehäuse schon allein wegen des verfügbaren Platzes.

Ich entschied mich daher für ein Atom-Board. Diese Boards werden mit dem Atom N270-Prozessor und dem mobilen Intel-945GSE-Chipsatz mit integrierter Grafik angeboten. Die im Netz gelisteten ECX-Typen haben neben dem Vorteil ihrer Größe zwei wesentliche Nachteile: Sie sind in Deutschland kaum zu beschaffen und falls doch, sind sie unglaublich teuer. Ich wählte daher ein Intel-miniITX-Board vom Typ D945GSEJT.

(Diese Bilder stammen aus einem Review der Seite cartft.com)

Das Intel D945GSEJT ist unglaublich flach – es ist nirgends höher als 2cm. Es ist zudem lautlos und benötigt mit seinen 16 Watt Leistungsaufnahme bei moderater Kühlung keinen Lüfter. Es hat zudem einen Anschluss, der als LVDS bezeichnet wird, und von diesem hatte ich kurz zuvor schon einmal gelesen: richtig, beim Display. Es gab also eine Möglichkeit, Display und Board zu verbinden, ohne auf die Standardanschlüsse DVI oder VGA zurückzugreifen. Das erschien mir reizvoll, auch wenn ich nun vom zuvor gekauften Konverter nun nur noch das Zuleitungskabel benötigen würde.

Das Board wurde im Jahr 2009 veröffentlicht, und es ist längst nicht überall erhältlich, aber wiederum half ebay, diesmal mit einer Lieferung aus USA. Es ist aber auch beim deutschen Lieferanten cartft.com erhältlich. Gleichzeitig erfuhr ich bei meiner Internetrecherche, dass der so spannende LVDS-Anschluss zwar vorhanden, aber nicht freigeschaltet sei. Zwar kann man auf den Intel-Webseiten eine Spezifikation herunterladen, aber die nötigen Tools zum Freischalten rückt Intel nicht heraus. Dazu aber später mehr.

Nachdem das Board nun lautlos betrieben werden konnte, wollte ich natürlich keine Festplatte mit mechanischen Teilen einbauen. Ich entschied mich daher für eine günstige SSD mit 64GB Speicherkapazität (Crucial). Ohnehin können die Atomboards die hohe Geschwindigkeit der SSDs nicht voll ausreizen (SATA-1 mit maximal 1,5 GBit/s) , so dass es hier nicht aufs letzte Quäntchen Leistung ankommt.

Damit der Rechner funktioniert, sind folgende weitere Komponenten erforderlich:

  • RAM: 2GB DDR2-667 SO-DIMM
  • WLAN: Broadcom Mini-PCIe-Karte. Die Karte wurde Airport-kompatibel ausgewählt und besitzt Anschlüsse für zwei Antennen. Sie wird von Mac OS direkt als WLAN-Karte erkannt. Ein kleiner Nachteil: sie stammt aus den USA und bedient daher nur die Kanäle 1-11 und nicht Kanal 13, der bei uns in Deutschland oft recht dünn besiedelt ist.

  • Sound: „Soundblaster Play“-USB-Soundadapter. Hierbei handelt es sich um eine Spezialität, die nur aufgrund des Wunsches, später auch Mac OS X betreiben zu können, gewählt wurde. Denn erfahrungsgemäß reagiert Mac OS X auf die meisten Audio-Chipsätze allergisch, so dass hier Ärger eingespart werden sollte. Der USB-Adapter ist bei amazon.de für etwa 20€ erhältlich. Kleine Warnung: es gibt auch deutlich günstigere Adapter, aber diese haben einen schlechten Frequenzgang, zudem funktionieren oft Lautstärkeregelung und Mikrofoneingang nicht. Es lohnt sich, hier ein paar Euro mehr auszugeben.
  • DVD-Laufwerk: Es zeigte sich bei den ersten Bauversuchen, dass die Apple-Vorgabe, ein Laufwerk mit voller Bauhöhe einzubauen, nicht zu erfüllen war – die Konstruktion des Original-Logicboards ist flacher als alles, was separat auf dem Markt erhältlich ist. Ich entschied mich daher für ein Slot-In-Laufwerk. Dazu später mehr.
  • WLAN: Ein WLAN mit 54 MBit benötigt zwei Antennen, der iMac besitzt aber nur eine davon. Daher beschaffte ich bei ebay zwei Ersatzantennen mit langen Antennenkabeln.
  • Außerdem: Kleinteile wie Kabel, Schrauben, Winkel, Taster und viel zweiseitiges Klebeband.

Weiter geht’s mit den spanenden Arbeiten in der Rohbauphase…

 

6 Antworten auf Einkaufsphase – Beschaffung aller nötigen Komponenten

  1. manne sagt:

    Hi ich steh grad vor dem selben Display wie dein oben beschriebens. Woher hattest du den Adapter auf DVI und wie hast du die Stromversorgung gelößt?

    mfg
    manne

  2. JeanLuc7 sagt:

    Hi,
    in einer der weiteren Seiten (http://www.brennecke.org/?page_id=562) ist es beschrieben – ich habe das Display direkt per LVDS angesteuert, weil die von mir gewählte Hauptplatine dieses Protokoll ebenfalls unterstützte. Allerdings hatte ich durchaus auch die Möglichkeit in Betracht gezogen, das Display per DVI anzuschließen – auf derselben Seite sind ein paar Fotos, die einen DVI-VGA-LVDS-Controller zeigen. Die gibt es für etwa 30 Euro auf ebay (aus China), und dort ist dann auch ein 12V-Anschluss für die Spannungsversorgung an Bord.
    Grüße, JL7

  3. Dr.Stein sagt:

    Als Mainboard habe ich mir das Intel DQ77KB ausgesucht und den i3 3225 bei dem ich klar die HD 4000 nehmen will.
    Der i3 verbraucht Maximal 55 Watt an Strom, da zu kommen 4GB 1333 Arbeitsspeicher und eine kleine 64GB SSD.
    Das ganze möchte ich in den G4 15″ von meinem Cousin einbauen aber Ich brauche Hilfe bei der Auswahl von Netzteil und beim Display und freue mich auf den Rat von einem Profi.

    Grüße aus Berlin

  4. JeanLuc7 sagt:

    Salut,
    ich hoffe, du bist noch nicht zu sehr festgelegt…

    Grundsätzlich kann man das so machen. Das Board hat einen 19-Volt-Anschluss; bei ebay gibt es dazu passend viele Netzteile. Du brauchst eins, das dann runde 80-90 Watt liefern kann. Ist also keine groß Sache. Den Bildschirm und die Beleuchtung kannst Du dann per 12V-Anschluss betreiben. Das Board hat, wie ich sehe, auch einen Backlight-Control-Anschluss. Je nachdem, welchen Ausgang Du für die Grafik benutzt, ist dieser Anschluss aber möglicherweise nicht in Betrieb, das müsstest Du testen.

    Für problematisch halte ich den Platzbedarf des Kühlers und des Lüfters. Zwar passt das ganze da irgendwie hinein, aber es wird schon sehr eng. An ein DVD-Laufwerk ist dann nicht mehr zu denken. Ohne Lüfter geht es gar nicht – 55W sind schon eine Menge Holz.

    Falls Du noch nicht alles beschafft hast, empfehle ich Dir eine andere Lösung (die ich heute ebenfalls nutzen würde): die Intel-NUC-Boards. Es folgt der Link zu einem 10x10cm großen Board, das bereits einen i3 (einen langsameren allerdings) aufgelötet hat und mit einfachen Mitteln zu kühlen ist – es braucht bloß 12W (und ebenfalls ein 19Volt-Netzteil). Es kann sogar oberhalb des DVD-Laufwerks eingebaut werden.

    http://www.intel.com/content/www/us/en/motherboards/desktop-motherboards/desktop-board-d33217gke.html

    Bin gespannt, wofür Du dich entscheidest.
    Grüße, JL7

  5. Folka sagt:

    Hallo,
    mit Begeisterung habe ich deine Beiträge zum Umbau eines iMac G4 gelesen und bin selbst ganz angefixt von der Idee. Ich habe mir also erst kürzlich einen G4 800 Mhz 17″ bei ebay geschossen und stehe nun vor dem Problem, dass ich ehrlich gesagt nicht viel Ahnung von der Materie habe. Ich kann zwar Komponenten ein-und ausbauen, aber für Displays anlöten oder Anschlüsse verlegen etc. reichen meine Kenntnisse einfach nicht. Meine Überlegung ist nun, mir einen neueren Mac mini bei ebay zu kaufen und diesen im Gehäuse des iMac zu verbauen. So müsste ich keinen vollständig neuen Computer bauen und die internen Komponenten passen perfekt zueinander. Dennoch weiß ich nicht, wie ich die Anschlüsse so verlege, dass ich sie auch auf der Rückseite des iMac nutzen kann und ich weiß auch nicht, wie ich das Display angeschlossen bekomme und ob das dann auch so funktioniert, wie ich mir das vorstelle. Außerdem müsste auch das Laufwerk im iMac ausgetauscht werden und ein neues mit dem Board des Mac Mini verbunden werden. Was rätst du mir? Gibt es Leute, die so etwas fachkundig umbauen oder mir helfen können? Ich bin auch gern bereit, ein paar Euro dafür auszugeben.
    Vielen Dank im Voraus.
    Lieben Gruß
    Folka

  6. JeanLuc7 sagt:

    Salut Folka,

    ich tue mich immer ein bisschen schwer damit, funktionierende Macs auseinanderzunehmen. Rein physisch passen die Komponenten des Mini in den Dom des alten iMac hinein, aber der Mini ist für sich schon ein schönes Stück Technik, so dass ich dann eher dazu raten würde, den iMac zum Monitor mit ein paar Add-Ons umzubauen. Dann würde man neben dem Stromkabel noch ein Grafik- und ein USB-Kabel nach außen führen und das mit dem Mini verbinden und hätte so auch gleich alle Probleme mit der Verkabelung aus der Welt geschafft. Das Laufwerk wäre per USB ansteuerbar, ebenso Lautsprecher und Mikro.

    Die Verkabelung eines Boards nach außen zu ziehen ist schon für sich keine ganz einfache Sache und wird beim Mini erschwert dadurch, dass man an wichtige Teile wie den Einschalter kaum herankommt. Ich habe hier kürzlich einen Intel NUC Core i5 in meinem iMac G4 17“ verbaut als Hackintosh – der hatte aber wenigstens alle klassischen Anschlüsse eines PC-Boards wie Einschalter, Reset und LED-Anschlüsse. Und er ist zudem noch kleiner als ein Mini, was den internen Einbau eines Netzteils erheblich erleichterte.

    Wenn Du dich für meine erste vorgeschlagene Lösung (iMac als Monitor) erwärmen kannst, helfe ich Dir gerne.

    Viele Grüße

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