{"id":3069,"date":"2014-04-29T15:54:47","date_gmt":"2014-04-29T13:54:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennecke.org\/?page_id=3069"},"modified":"2014-05-12T11:43:09","modified_gmt":"2014-05-12T09:43:09","slug":"analog-tv-wiederbelebt","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.brennecke.org\/?page_id=3069","title":{"rendered":"Analog-TV wiederbelebt"},"content":{"rendered":"<h2>Einleitung<\/h2>\n<p>Analoges Fernsehen ist seit vielen Jahren tot &#8211; die Sender sind abgeschaltet oder strahlen das Programm in digitaler Form per DVB-T aus. Heutige Fernseher besitzen Triple-Tuner f\u00fcr Satellit, Kabel und digitalen terrestrischen Empfang. Die Vorteile liegen auf der Hand: digitales Fernsehen ist deutlich weniger st\u00f6ranf\u00e4llig und erlaubt die \u00dcbertragung von vielen Zusatzinformationen. Deren wichtigste ist vermutlich die Programminformation, auch als Electronic Program Guide (EPG) bezeichnet.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.brennecke.org\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/IMG_6268.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3104\" src=\"http:\/\/www.brennecke.org\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/IMG_6268.jpg\" alt=\"IMG_6268\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/www.brennecke.org\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/IMG_6268.jpg 1024w, https:\/\/www.brennecke.org\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/IMG_6268-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nach wie vor aber kann man analoges Fernsehen in guter Qualit\u00e4t in ganz Deutschland empfangen &#8211; sofern man einen Kabelanschluss besitzt. Die Kabelgesellschaften (die wichtigsten davon sind Kabel Deutschland, Unity Media und Kabel BW) strahlen zwar ebenfalls eine Unmenge an Programmen in digitaler Form und oft auch schon in HD aus, aber nach wie vor sind auch etwa 20 Sender in analoger Form Teil des Angebots, darunter die \u00d6ffentlich-Rechtlichen und ein paar kommerzielle Sender der RTL- und der ProSiebenSatEins-Gruppe.<\/p>\n<h2>Die Idee<\/h2>\n<p>Den Anlass f\u00fcr eine Neuauflage des EE2008-Fernsehers aber gab ein <a title=\"UKW-Radio mit Senderspeicher\" href=\"http:\/\/www.brennecke.org\/?page_id=3042\">UKW-Radio mit Senderspeicher<\/a>, das per Touchscreen bedient werden konnte. Dieses Radio wird \u00fcber das Softwareprotokoll I2C gesteuert, das laut <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/I%C2%B2C\">wikipedia <\/a>entwickelt wurde, <em>um verschiedene Chips in Fernsehger\u00e4ten einfach steuern zu k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n<p>Wenn das Protokoll zur Steuerung von Fernsehkomponenten genutzt werden konnte, dann musste es doch auch reale Komponenten geben, die sich damit steuern lie\u00dfen. Und tats\u00e4chlich, eine solche Komponente ist der analoge Fernsehtuner FM1216ME, zu Beginn des neuen Jahrtausends in gro\u00dfen Mengen verbaut in TV-Karten f\u00fcr Computer. Er ist einzeln nicht erh\u00e4ltlich, wohl aber in eingebauter Form in eben jenen Tunerkarten, die dank des H\u00f6henflugs des digitalen Fernsehens heute zu Billigpreisen auf ebay angeboten werden. Also schneidet man ihn mit einem Dremelwerkzeug aus der Platine (Ausl\u00f6ten geht so gut wie nicht).<\/p>\n<h2>Die Umsetzung<\/h2>\n<p>Zur Ansteuerung eines I2C-Busses ben\u00f6tigt man lediglich einen Mikrocontroller, und ein solcher kommt daher gleich mit auf die neue Platine. Als Ergebnis erh\u00e4lt man eine Platine, auf der der Tuner und die Ansteuerung enthalten sind.<\/p>\n<p>Die eigentliche Steuerung \u00fcbernimmt wie beim UKW-Radio wieder das <a title=\"Microcontroller Lab 2.0 und 2.1\" href=\"http:\/\/www.brennecke.org\/?page_id=3053\">Grafik-Touchscreen-Modul<\/a> (GTM). Wie dort kann man auch hier Sender speichern und ihnen Namen geben. Die Ansteuerung per I2C ist ein wenig komplexer als beim UKW-Chip TEA5767, aber der Ablauf ist grunds\u00e4tzlich derselbe.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.brennecke.org\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/IMG_6216.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3100\" src=\"http:\/\/www.brennecke.org\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/IMG_6216.jpg\" alt=\"IMG_6216\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/www.brennecke.org\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/IMG_6216.jpg 1024w, https:\/\/www.brennecke.org\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/IMG_6216-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Eine Ansteuerung \u00fcber das GTM ist zwar m\u00f6glich, aber nicht unbedingt zwingend. Genauso kann eine einfache Bedienung durch angeschlossene Taster erm\u00f6glicht werden &#8211; es stehen bis zu 6 Eing\u00e4nge zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<h2>Die Aufbereitung<\/h2>\n<p>Der Tuner besitzt bereits Ausg\u00e4nge f\u00fcr das Ton- und das Bildsignal, ben\u00f6tigt also kein zus\u00e4tzliches Bild- oder Ton-ZF-Modul. W\u00e4hrend das Tonsignal lediglich verst\u00e4rkt werden muss, entspricht das Videosignal dem Composite-Video-Standard und muss erst noch in Synchronimpulse und Bildsignal zerlegt werden. Das kann man mit der aus dem EE2008 bekannten Schaltung (obere Ebene) tun und erh\u00e4lt dann tats\u00e4chlich ein Fernsehbild &#8211; diesmal aber mit komfortabel steuerbarem Tuner mit Senderspeicher.<\/p>\n<p>In <a title=\"Universelle Bildr\u00f6hreneinheit\" href=\"http:\/\/www.brennecke.org\/?page_id=2795\">anderem Zusammenhang<\/a> wurde bereits ein <a title=\"PAL-Modul\" href=\"http:\/\/www.brennecke.org\/?page_id=2969\">PAL-Modul<\/a> vorgestellt, das aus einem Composite-Video-Signal die f\u00fcr die Bildr\u00f6hreneinheit erforderlichen Einzelsignale erzeugt. Dieses Modul wird im folgenden einmal &#8222;diskret&#8220; aufgebaut (also nicht als vollst\u00e4ndige Platine).<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.brennecke.org\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/V_Sa\u0308gezahn.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2997\" src=\"http:\/\/www.brennecke.org\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/V_Sa\u0308gezahn.png\" alt=\"V_Sa\u0308gezahn\" width=\"1634\" height=\"621\" srcset=\"https:\/\/www.brennecke.org\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/V_Sa\u0308gezahn.png 1634w, https:\/\/www.brennecke.org\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/V_Sa\u0308gezahn-300x114.png 300w, https:\/\/www.brennecke.org\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/V_Sa\u0308gezahn-1024x389.png 1024w\" sizes=\"(max-width: 1634px) 100vw, 1634px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.brennecke.org\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/H_Sa\u0308gezahn.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2995\" src=\"http:\/\/www.brennecke.org\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/H_Sa\u0308gezahn.png\" alt=\"H_Sa\u0308gezahn\" width=\"1120\" height=\"543\" srcset=\"https:\/\/www.brennecke.org\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/H_Sa\u0308gezahn.png 1120w, https:\/\/www.brennecke.org\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/H_Sa\u0308gezahn-300x145.png 300w, https:\/\/www.brennecke.org\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/H_Sa\u0308gezahn-1024x496.png 1024w\" sizes=\"(max-width: 1120px) 100vw, 1120px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Funktion ist einfach erkl\u00e4rt, denn die Hauptaufgabe der Auftrennung der Signale \u00fcbernimmt auch hier ein alter Bekannter: der LM1881. Seinem Eingang wird das Composite-Video-Signal zugef\u00fchrt, und am Ausgang findet man die horizontalen und vertikalen Synchronsignale, die dann einem Mikrocontroller zur weiteren Verarbeitung zugef\u00fchrt werden. Eine detaillierte Beschreibung der Schaltung findet sich <a title=\"PAL-Modul\" href=\"http:\/\/www.brennecke.org\/?page_id=2969\">an anderer Stelle<\/a>.<\/p>\n<h2>Aufbau der Schaltung<\/h2>\n<p>Um nun das Touchscreen-Modul gut bedienen zu k\u00f6nnen, wurden im Vergleich zum EE2008 obere und untere Aufbauplatte vertauscht &#8211; unten befindet sich nun das diskrete PAL-Modul f\u00fcr die Bildaufbereitung, oben sind der Tuner, das GTM und der Audio-Verst\u00e4rker.<\/p>\n<h2>Obere Bauplatte<\/h2>\n<p><a href=\"http:\/\/www.brennecke.org\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/IMG_6220.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3102\" src=\"http:\/\/www.brennecke.org\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/IMG_6220.jpg\" alt=\"IMG_6220\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/www.brennecke.org\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/IMG_6220.jpg 1024w, https:\/\/www.brennecke.org\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/IMG_6220-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Oben rechts befindet sich der Kombituner (1). Ich habe ihn auf einer Platine mit dem Mikrocontroller vereint (ein ATMega328), so dass man nur noch das GTM anschlie\u00dfen muss. Das Programm ist eine abgewandelte Version der <a class=\"postlink\" href=\"http:\/\/server23.hostpoint.ch\/%7Erigertc\/rigert.com\/ee-forum\/viewtopic.php?f=35&amp;t=1715\">UKW-Senderwahl<\/a>. Hier wurden alle 32 Kan\u00e4le als Liste einprogrammiert &#8211; sie \u00e4ndern sich ja nicht st\u00e4ndig und sind im ganzen Berliner Netz gleich. Der Tuner hat dann Ausg\u00e4nge f\u00fcr Ton, Video (FBAS, Composite Video); ein SPI-Anschluss zum Programmieren und f\u00fcr Schaltzwecke findet sich auch darauf. Auf diese Weise kann man auch Software aufspielen, die ohne das GTM auskommt. Unten rechts findet sich eins von Ingo Sommers neuen Modulen &#8211; es ist die Spannungsversorgung (2), der ich noch eine Ein-Aus-Schalter verpasst habe. Sie liefert 9V und 5V f\u00fcr alle Komponenten. Das GTM (3) in der Mitte ist bereits bekannt. Dar\u00fcber findet sich ein kleiner Schaltkreis &#8211; ein mikrocontrollergesteuertes Potentiometer (4), das die Lautst\u00e4rkeregelung \u00fcbernimmt. Der Rest der Platte auf der linken Seite wird von einem Standard-Endverst\u00e4rker auf TBA820M-Basis (5) gef\u00fcllt.<\/p>\n<h2>Untere Bauplatte<\/h2>\n<p><a href=\"http:\/\/www.brennecke.org\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/IMG_6211.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3098\" src=\"http:\/\/www.brennecke.org\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/IMG_6211.jpg\" alt=\"IMG_6211\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/www.brennecke.org\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/IMG_6211.jpg 1024w, https:\/\/www.brennecke.org\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/IMG_6211-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Hier ist das PAL-Modul einmal diskret aufgebaut. Das Bildsignal wird vom Tuner aus direkt rechts unten eingespeist in den Chip vom Typ LM1881 (1). Dieser decodiert die Signale in horizontale und vertikale Synchronimpulse, die dann auf den angeschlossenen Mikrocontroller (2) wandern. Dieser gibt ein zeitsynchrones horizontales Synchronsignal aus, au\u00dferdem steuert er einen Digital-Analog-Wandler (3) f\u00fcr die Erzeugung des vertikalen S\u00e4gezahns. Der horizontale S\u00e4gezahn wird konventionell (4) gewonnen \u00fcber einen Kondensator, der mit konstantem Ladestrom versorgt wird. Sein Signal wird nachtr\u00e4glich noch einmal in einem zweistufigen OpAmp-Verst\u00e4rker NE5532 (5) aufbereitet, damit die Amplitude ausreicht f\u00fcr die Ansteuerung der Bildr\u00f6hre. Ganz links findet sich ein Baustein ICL7660 (6), der aus einer positiven Spannung eine zus\u00e4tzliche negative Spannung gewinnt &#8211; der OpAmp liebt duale Spannungen, und man kann ihn dann besser ausnutzen. Von allen Reglern sind nur noch zwei \u00fcbrig geblieben &#8211; einer f\u00fcr die Bildh\u00f6he und einer f\u00fcr die Bildbreite. Alles andere wird nicht mehr ben\u00f6tigt, da das Bild von sich aus stabil und synchron ist.<\/p>\n<h2>Software<\/h2>\n<p>Die Software beruht auf der <a title=\"UKW-Radio mit Senderspeicher\" href=\"http:\/\/www.brennecke.org\/?page_id=3042\">UKW-Variante<\/a>, hier entfallen aber alle Favoritenlisten o.\u00e4. Statt dessen k\u00f6nnen alle 32 Sender direkt aufgerufen werden. In anderen Kabelnetzen muss nur einmal die Sendertabelle angepasst werden. Der Tuner gibt noch ein paar n\u00fctzliche Informationen aus, beispielsweise dar\u00fcber, ob Empfang vorliegt. Das findet sich dann nat\u00fcrlich auf dem GTM wieder. Die Lautst\u00e4rke kann ebenfalls per Touchscreen ge\u00e4ndert werden &#8211; man kann das nat\u00fcrlich auch konventionell per Schaltpult-Poti machen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.brennecke.org\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/IMG_6217.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3101\" src=\"http:\/\/www.brennecke.org\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/IMG_6217.jpg\" alt=\"IMG_6217\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/www.brennecke.org\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/IMG_6217.jpg 1024w, https:\/\/www.brennecke.org\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/IMG_6217-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Leistungsm\u00e4\u00dfig erbringt die Schaltung in etwa das, was der EE2008-Fernseher konnte &#8211; abgesehen davon, dass man den Tuner nicht durch manuelles Abstimmen bedient und auch mehrere Sender einstellen und schnell wechseln kann. Und nat\u00fcrlich ist der Abgleich des Fernsehers ungleich einfacher als zuvor, weil man lediglich Bildh\u00f6he und -breite einstellen muss.<\/p>\n<p><a title=\"Elektronische Schaltungen\" href=\"http:\/\/www.brennecke.org\/?page_id=1064\">Zur\u00fcck zur Hauptseite<\/a><\/p>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_3069 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_3069')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_3069').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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