{"id":3555,"date":"2016-05-30T13:01:03","date_gmt":"2016-05-30T12:01:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennecke.org\/?page_id=3555"},"modified":"2016-06-02T14:44:33","modified_gmt":"2016-06-02T13:44:33","slug":"mittelwelle-goodbye-and-hello","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.brennecke.org\/?page_id=3555","title":{"rendered":"Mittelwelle &#8211; Goodbye and Hello!"},"content":{"rendered":"<h2>Einleitung<\/h2>\n<p>An Silvester 2015 war es soweit &#8211; der letzte Mittelwellensender in Deutschland, das Deutschlandradio, wurde abgeschaltet. Das Band im Bereich von 560 kHz bis 1600 kHz, mit dem 1920 der Rundunk seine Geburtsstunde erlebte, ist damit in Deutschland erstmals seit rund 100 Jahren wieder unbenutzt.<\/p>\n<p>Nach wie vor senden im Ausland noch Stationen auf Mittelwelle. Durch die speziellen Ausbreitungsbedingungen sind tags\u00fcber Signale nur ca. 100-200 km weit zu h\u00f6ren;\u00a0 bei einsetzender Dunkelheit steigt die Reichweite auf bis zu 2000 km mit starkem Signal an. Auch in Deutschland sind auf diese Weise noch eine Menge Sender empfangbar &#8211; in der Nacht.<\/p>\n<p>Die Philips-Bauk\u00e4sten enthielten seinerzeit bereits einige brauchbare Mittelwelle-Empf\u00e4nger, die im folgenden zusammen mit einer kurzen Erl\u00e4uterung aufgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<h3>Der Detektorempf\u00e4nger<\/h3>\n<p>Die allerersten Radios kamen noch v\u00f6llig ohne Batterie aus. Die vom Sender \u00fcbertragene Energie gen\u00fcgte, um das Signal zu empfangen, gleichzurichten und einem Ohrh\u00f6rer zuzuf\u00fchren. Damit konnte man zwar keine weit entfernten Sender empfangen, aber f\u00fcr den Ortssender gen\u00fcgte diese Bauweise &#8211; allzu viele weitere Sender gab es ohnehin nicht. Als Gleichrichter kam dabei ein Kristalldetektor zum Einsatz, der mit einer Metallspitze abgetastet wurde &#8211; eine fr\u00fche Form des Halbleiters. Sp\u00e4tere Detektorempf\u00e4nger wurden mit Germaniumdioden betrieben und hie\u00dfen daher auch Diodenempf\u00e4nger. Philips bot als Einstieg in die Radiotechnik einen MW-Diodenempf\u00e4nger mit angeschlossenem batteriebetriebenem Verst\u00e4rker. Mehr als der Ortssender war aber auch damit nicht zu empfangen. Wenn kein Sender in der N\u00e4he war, blieb das Radio stumm.<\/p>\n<h3>Der Geradeausempf\u00e4nger<\/h3>\n<p>Ein Geradeausempf\u00e4nger besitzt einen einfachen Schwingkreis aus Spule und Drehkondensator. Die empfangene Hochfrequenz (HF) wird verst\u00e4rkt, gleichgerichtet und gesiebt. Daraus gewinnt man die aufmodulierten Tonsignale als Niederfrequenz (NF) zur\u00fcck und verst\u00e4rkt diese, um sie einem Lautsprecher zuzuf\u00fchren. Im Gegensatz zum Diodenempf\u00e4nger wirkt hier allerdings eine HF-Verst\u00e4rkerstufe, die die Empfangsqualit\u00e4t deutlich verbesserte. Solche Empf\u00e4nger sind ebenfalls einfach zu bauen und empfangen auch entfernte Sender, haben aber den Nachteil, nicht allzu trennscharf zu sein. &#8222;Laute&#8220; (also sehr nahe) Sender dr\u00fcckten sich gerne einmal \u00fcber die halbe Empfangsskala durch, weil der Eingangsschwingkreis aus Mittelwellenspule und Drehkondensator bei gro\u00dfen Eingangssignalen eben auch auf anderen Frequenzen (zwangs-)schwingen kann als der Eigenfrequenz.<\/p>\n<p>Philips hat dem Geradeausempf\u00e4nger im EE2003 mit dem immer und \u00fcberall abgebildeten Radio 5.02 (C1 im EE1003) ein Denkmal gesetzt. Dieser ist so einfach aufgebaut, dass man fast gar nichts falsch machen kann und auf jeden Fall zum Erfolg kommt. F\u00fcr den n\u00e4chtlichen Empfang ist er allerdings nicht so gut geeignet, da er keine empfangsabh\u00e4ngige Verst\u00e4rkung nutzt und daher die Sender je nach Entfernung unterschiedlich laut zu h\u00f6ren sind.<\/p>\n<h3>Der Superheterodynempf\u00e4nger<\/h3>\n<p>Eine gr\u00f6\u00dfere Trennsch\u00e4rfe kann man erzielen, indem man mehrere Schwingkreise hintereinander schaltet. Bei Geradeausempf\u00e4ngern w\u00fcrde das bedeuten, dass man zwei und mehr Schwingkreise hintereinander in exakten Gleichlauf bringen m\u00fcsste &#8211; ist der erste auf beispleisweise 980 kHz abgestimmt, m\u00fcsste auch der zweite, dritte usw. auf dieser Frequenz schwingen. Konstruktiv war das kaum m\u00f6glich. Daher behalf man sich mit einem Trick: Statt mehrere Schwingkreise gleichzeitig abzustimmen, mischte man die Eingangsfrequenz mit einer weiteren, selbst erzeugten Schwingung, die um 452 kHz h\u00f6her schwingt. Durch die Mischung entstehen zwei neue Frequenzen, die Summe und die Differenz der Ursprungsfrequenzen. Die Differenz der beiden Frequenzen liegt dann n\u00e4mlich f\u00fcr jeden Sender bei exakt jenen 452 kHz, sie wird daher als Zwischenfrequenz (ZF). Alle nachfolgenden Schwingkreise sind nun einmalig und sehr scharf auf diese ZF abgestimmt und k\u00f6nnen sie daher exakt herausieben. Auf diese Weise erzielt man sehr trennscharfe Empf\u00e4nger, die zudem meistens mit einer Schwundregelung (Automatic Gain Control, AGC) versehen sind. Damit gleicht man die Amplitudenunterschiede zwischen nahen und fernen Sendern aus, so dass deren Lautst\u00e4rke ungef\u00e4hr gleich ist. Sobald die ZF gleichgerichtet und gesiebt ist, k\u00f6nnen die daraus gewonnenen Signale wieder dem NF-Verst\u00e4rker und dem Lautsprecher zugef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>In einem der h\u00f6heren Philips-Erweiterungsk\u00e4sten, dem EE1005\/2005, fanden sich mehrere Bauanleitungen, die den Bau dieser sogenannten Superheterodynempf\u00e4ngern erm\u00f6glichten,kurz als &#8222;Superhet&#8220; oder noch k\u00fcrzer &#8222;Super&#8220; bezeichnet. Der Name bedeutet \u00fcbersetzt in etwa &#8222;\u00dcberlagerungsempf\u00e4nger&#8220;, weil hier zwei unterschiedliche Frequenzen &#8222;\u00fcberlagert&#8220;, also gemsicht werden. Je nachedem, wie viele ZF-Kreise ein solcher Superhet aufweist, bezeichnet man ihn als &#8222;Ein-Kreis-Empf\u00e4nger&#8220;, &#8222;Zwei-Kreis-Empf\u00e4nger&#8220; usw.<\/p>\n<h2>Radio-Aufbauten<\/h2>\n<p>Die folgenden Seiten widmen sich verschiedenen Baupl\u00e4nen auf Basis des Philips-Systems. Besonderen Dank gilt dabei Jurjen Kranenbourg und Sven ? &#8211; beide haben modifizierte oder neue Superhet-Empf\u00e4nger vorgestellt, die die Philips-Baupl\u00e4ne erweitern. Und da wir beim Aufbau nicht warten wollten, bis es Nacht ist, finden sich im Folgenden auch zwei Beschreibungen f\u00fcr Mittelwelle-Zimmersender, die als Eingansgquelle beispielweise Musik vom MP3-Player oder vom Telefon entgegennehmen k\u00f6nnen. Die Reichweite dieser Sender betr\u00e4gt nur einige Zentimeter, so dass alle Vorschriften eingehalten bleiben.<\/p>\n<p>Die meisten der hier gezeigten Schaltungen entstammen den Anleitungsb\u00fcchern der Philips-EE-Serien 1000 und 2000; es sind also Nachbauten. Die Schaltungen sind auch in Thomas Rigerts Baukastenforum auf den Philips-Seiten beschrieben.<\/p>\n<h3>Radioempf\u00e4nger<\/h3>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.brennecke.org\/?page_id=3564\">MW-Superhet (5.07 aus EE2015 neu)<\/a><\/li>\n<li>MW-Superhet mit SA612-OSzillator (Design: Jurjen Kranenbourg)<\/li>\n<li>MW-Superhet (5.06 aus EE2005 alt ohne LW-Teil, aber mit Abstimmanzeige)<\/li>\n<li>MW-Superhet als Dreikreisempf\u00e4nger (erweiterter 5.07 neu)<\/li>\n<li>Kombi-Empf\u00e4nger MW\/UKW mit HF-Vorverst\u00e4rker (Design: Sven ?)<\/li>\n<li>80m-Amateurband-Konverter (5.09 aus EE2005 alt)<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Radiosender<\/h3>\n<ul>\n<li>MW-Sender mit Fertigplatine im Schuco-ABC-Geh\u00e4use<\/li>\n<li>MW-Sender mit variablem Oszillatormodul (Spule oder Mikrocontroller)<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"http:\/\/www.brennecke.org\/?page_id=1039\">Zur\u00fcck zur \u00dcbersichtsseite<\/a><\/p>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_3555 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_3555')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_3555').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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