{"id":2369,"date":"2013-04-23T11:52:30","date_gmt":"2013-04-23T09:52:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennecke.org\/?p=2369"},"modified":"2018-05-14T09:04:12","modified_gmt":"2018-05-14T08:04:12","slug":"wie-man-die-freiheit-erdrosselt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennecke.org\/?p=2369","title":{"rendered":"Wie man die Freiheit erdrosselt"},"content":{"rendered":"<p>Werte Leserinnen und Leser,<\/p>\n<p>Die Telekom hat nun die bereits in den Foren diskutierte Absicht, Festnetz-Internetvertr\u00e4ge zu drosseln, offiziell verk\u00fcndet. Kunden bekommen nach einem Download von 75GB innerhalb eines Monats nun nur noch einen Zugang mit einer Geschwindigkeit von 384 kBit pro Sekunde. Das ist die H\u00e4lfte dessen, was 1999 als schnelles DSL-Internet verkauft wurde. Der Upload wird vermutlich entsprechend angepasst, 64 kBit pro Sekunde d\u00fcrften es werden &#8211; das entspricht der seit 1990 verf\u00fcgbaren ISDN-Geschwindigkeit.<\/p>\n<p>Man kann das ganze von der kommerziellen Seite aus sehen &#8211; sollen die Vielnutzer doch einfach Zusatzvertr\u00e4ge buchen. Oder anders: Warum sollen die Wenignutzer f\u00fcr alle anderen mitzahlen? Und man kann es auch von der sportlichen Seite aus sehen: Dann wechseln wir eben zum n\u00e4chsten Provider &#8211; am besten im Kabelnetz, weil dort die erzielbaren Datenraten soweiso noch einmal h\u00f6her sind als bei DSL. Ganz nebenbei: Kabel Deutschland drosselt bereits heute; nach 10GB pro Tag wird es langsam, allerdings nicht so lahm wie bei der Telekom. Und am n\u00e4chsten Tag ist alles wieder gut.<\/p>\n<p>Man muss das Problem aber leider auch von einer ganz anderen Seite sehen &#8211; die Telekom hat n\u00e4mlich ganz und gar nicht vor, die eigenen Dienste wie IP-Telefonie und T-Entertain (Videostreaming) zu beschneiden &#8211; diese sollen gef\u00e4lligst auch nach der Drosselung in voller Geschwindigkeit zur Verf\u00fcgung stehen, schlie\u00dflich hat der Kunde daf\u00fcr extra bezahlt.<\/p>\n<p>Genau dort beginnt das Problem. Um diese Zweiteilung zwischen guten und schlechten Internetdiensten gew\u00e4hrleisten zu k\u00f6nnen, muss die Telekom in die \u00fcbertragenen Datenpakete hineinschauen. Das nennt man &#8222;Deep Packet Inspection&#8220;, und es ist genau die technische Ma\u00dfnahme, mit der eine perfekte \u00dcberwachung jedes Internetnutzers erst erm\u00f6glicht wird.<\/p>\n<p>China, Iran und alle anderen Internetblocker haben nat\u00fcrlich solche Systeme und verhindern damit effizient, dass unerw\u00fcnschte Informationen die Nutzer erreichen. Hans-Peter Uhl forderte den Einsatz solcher Technologie schon 2008: <em>\u201eWas die Chinesen k\u00f6nnen, sollten wir auch k\u00f6nnen. Da bin ich gern obrigkeitsstaatlich.\u201c <\/em>Es scheint, als habe die F\u00fchrung der Telekom ihn nun endlich erh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Man kann nicht genug vor DPI warnen. Einmal installiert, werden diese Systeme schnell in den Fokus der stattlichen Datensp\u00fcrhunde geraten. Politiker werden mit dem \u00fcblichen &#8222;<em>Es kann nicht sein, dass wir nicht&#8230;<\/em>&#8220; einen Zugriff auf die Daten fordern &#8211; nat\u00fcrlich nur bei schweren Verbrechen wie Terrorismus, Steuerbetrug, Musikdownloads und Falschparken, analog zur Bestandsdatenauskunft.<\/p>\n<p>Es ist zudem nicht zu erwarten, dass andere Provider sich die Gelegenheit entgehen lassen werden, dieselbe Technik zu nutzen, um ebenfalls zu drosseln. Vodafone hat bereits einen \u00e4hnlichen Schritt angek\u00fcndigt, Schlund&amp;Partner (1&amp;1) werden sicher folgen. Kabel Deutschland fehlt noch die DPI-Infrastruktur zum Gl\u00fccklichsein, aber auch das l\u00e4sst sich nachr\u00fcsten.<\/p>\n<p>Falls Sie sich nun in der Hoffnung sonnen, dass die DPI-Technik der Telekom letztlich blo\u00df ein automatischer Scan ist und niemand Ihre Mails liest, dann wenden Sie bitte den Blick noch einmal nach China und zu Herrn Uhl. Seien Sie sicher: vorhandene Daten werden auch genutzt werden. \u00dcberlegen Sie sich gut, was Sie auf Telekom-Accounts in Ihren e-mails schreiben, denn der Computer liest demn\u00e4chst mit. Und Herr Uhl und seine Freunde beim BKA und den Geheimdiensten ebenfalls.<\/p>\n<p>Zum Schluss noch einmal O-Ton von <a href=\"https:\/\/twitter.com\/HansPeterUhl\/status\/324246756172910592\">Herrn Uhl auf twitter<\/a>: &#8222;Niemand hat die Absicht einen \u00dcberwachungsstaat zu errichten.&#8220; Danke, Herr Uhl, f\u00fcr diese Klarstellung! Denn im Gegensatz zu Ullbrichts Mauer ist der \u00dcberwachungsstaat l\u00e4ngst gebaut &#8211; man muss ihn nur noch einschalten.<\/p>\n<p>Es gr\u00fc\u00dft herzlich,<\/p>\n<p>Ihr JL7<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_2369 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_2369')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_2369').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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