{"id":3545,"date":"2016-05-03T08:54:39","date_gmt":"2016-05-03T07:54:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennecke.org\/?p=3545"},"modified":"2018-05-14T09:01:38","modified_gmt":"2018-05-14T08:01:38","slug":"3545","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennecke.org\/?p=3545","title":{"rendered":"TTIP erfolgreich zum Abschuss bringen&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Werte Leserinnen und Leser,<\/p>\n<p>Greenpeace hat den aktuellen Stand der TTIP-Verhandlungen ver\u00f6ffentlicht. Es zeigt sich, dass die Verhandlungspositionen der USA und der EU weit voneinander abweichen. Es zeigt sich auch, dass eine \u00dcbereinkunft offenbar durch Gegengesch\u00e4fte erreicht werden soll &#8211; gibst Du mir das, gebe ich dir dies. Diese Strategie ist in wirtschaftlichen Verhandlungen durchaus \u00fcblich &#8211; die besten Kompromisse sind gew\u00f6hnlich die, die allen weh tun.<\/p>\n<p>Was aber steht f\u00fcr die EU auf dem Spiel?<\/p>\n<ul>\n<li>Die USA m\u00f6chten endlich genver\u00e4nderte Lebensmittel auf dem europ\u00e4ischen Markt verkaufen d\u00fcrfen. Das Handelsdefizit in diesem Bereich von ca 13 Milliarden Euro soll auf Null gesenkt werden. Das bedeutet einerseits, dass die EU weniger Lebensmittel nach USA liefert. Zum anderen bedeutet es, dass europ\u00e4ische Standards ver\u00e4ndert werden m\u00fcssen. Bisher muss in der EU bewiesen werden, dass ein Lebensmittel nicht sch\u00e4dlich ist, damit es verkauft werden darf. In den USA gilt der Grundsatz, dass alles verkauft werden darf, dessen Sch\u00e4dlichkeit (noch) nicht erwiesen ist. In den USA wird es f\u00fcr die Firmen erst dann teuer, wenn der erste Mensch stirbt. In der EU wird es teuer, weil vor der Einf\u00fchrung des Produkts aufw\u00e4ndige Tests gemacht werden sollen. Die USA werden kaum akzeptieren, dass ihre Produkte erst langj\u00e4hrige Tests durchlaufen m\u00fcssen, denn dann lohnt sich der Markteintritt in die EU nicht mehr. Die USA kn\u00fcpfen an das Zugest\u00e4ndnis der EU offenbar die Abschaffung f\u00fcr Z\u00f6lle auf EU-Autos.<\/li>\n<li>Die USA m\u00f6chten private Schiedsgerichte. Die EU-Kommission hat dazu keine eigene Meinung, wurde aber von den B\u00fcrgern zum Handeln gezwungen, um nicht vollends das Gesicht zu verlieren. Also verlangte man Schiedsgerichte, die der Justiz unterstehen, wei\u00df aber noch nicht so recht, wie das ausgestaltet aussehen soll. Unser Siggi erkl\u00e4rt, er werde keinem Vertrag zustimmen, in dem private Schiedsgerichte verankert sind. Es ist aber fraglich, ob seine Zustimmung relevant ist, denn TTIP w\u00fcrde auch ohne Zustimmung der EU-Mitgliedsl\u00e4nder vorl\u00e4ufig inkrafttreten. Und es k\u00f6nnte danach erweitert und ver\u00e4ndert werden &#8211; nicht aber gek\u00fcndigt, denn es wird explizit als unk\u00fcndbar angelegt. Nur der Vollst\u00e4ndigkeit halber mag erw\u00e4hnt werden, dass mit privaten Schiedsgerichten eine Paralleljustiz geschaffen w\u00fcrde, die allein von der Wirtschaft, nicht aber von den B\u00fcrgern \u00fcber demokratische Prozesse gesteuert werden k\u00f6nnte.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nach den <a href=\"http:\/\/ttip-leaks.org\">TTIP-Leaks<\/a> beeilten sich unsere Politiker und Wirtschaftsf\u00fchrer mit positiven Bekundungen zu TTIP. Frau Merkel will weiter an ihrer &#8222;marktkonformen Demokratie&#8220; arbeiten, Herr Seehofer kann nur in seiner Eigenschaft als &#8222;Parteivorsitzender&#8220; vielleicht nicht zustimmen (politisches Gewicht hat er als Ministerpr\u00e4sident, jedoch nicht als CSU-Parteivorsitzender), und der SPD-TTIP-Cheerleader Gabriel hat sich vorab krank gemeldet. Die Wirtschaft und der gef\u00fchlt \u00fcberwiegende Teil der Presse erkl\u00e4rt uns, dass alle Informationen in den Dokumenten &#8222;grunds\u00e4tzlich&#8220; bereits bekannt seien. Man fragt sich, wozu man dann die Verhandlungsst\u00e4nde derart geheim h\u00e4lt, dass nicht einmal die Abgeordneten untereinander dar\u00fcber reden durften: Nun, jetzt d\u00fcrfen sie ganz offiziell.<\/p>\n<p>Es ist offensichtlich, warum die gro\u00dfen Wirtschaftsf\u00fchrer TTIP wollen &#8211; es beschert den Gro\u00dfunternehmen mehr Umsatz, insbesondere aber h\u00f6here Gewinne. Es bleibt aber unklar, warum unsere Politiker so vehement gegen das Volk und f\u00fcr TTIP k\u00e4mpfen. Denn ihre Stimmen bekommen sie nicht nur von den Gro\u00dfinvestoren, die die eigentlichen Treiber hinter TTIP sind. Ich mag immer noch nicht daran glauben, dass Geld oder P\u00f6stchen der treibende Faktor sind.<\/p>\n<p>Wenn Merkel, Siggi &amp; Co den Schuss, der durch die Ver\u00f6ffentlichung der Dokumente abgegeben wurde, nicht geh\u00f6rt haben und ihren Kurs weiter verfolgen, werden sie damit die AfD weiter mit Stimmen f\u00fcttern. Dort hat man sich, ebenso wie die Linke und die Gr\u00fcnen, gegen TTIP ausgesprochen. In der SPD gibt es eine relevante Gruppe, die TTIP in der jetzigen Form ebenfalls ablehnt. Solange dort aber Siggi der Kapit\u00e4n ist, bleibt das Ja der SPD zu TTIP ebenso bestehen wie deren Bekenntnis zur Vorratsdatenspeicherung.<\/p>\n<p>TTIP stellt einen wesentlichen Umbruch f\u00fcr unsere Gesellschaft dar, auch wenn die Bef\u00fcrworter so tun, als gehe es nur um ein weiteres Handelsabkommen. In einigen Kommentaren liest man, dass nur mit TTIP ein westlich dominierter Wirtschaftsraum geschaffen werden k\u00f6nne, der demokratischen Prinzipien folge. Tats\u00e4chlich entsteht aber ein von Gro\u00dfunternehmen und Superreichen dominierter Gesellschaftsraum, in dem die Stimmen der B\u00fcrger keine Bedeutung mehr haben. Denn jede Regierung w\u00e4re gezwungen, ihre Gesetze zun\u00e4chst einem Handelsgremium vorzulegen, das die Gesetze auf Vereinbarkeit mit TTIP pr\u00fcft. In diesem Punkt herrscht \u00fcbrigens weitgehend Einigkeit zwischen USA und EU. Wie so etwas aussieht, kann man am Beispiel &#8222;Griechenland und die Finanzkrise&#8220; gut erkennen. Dort wurde eine linke, b\u00fcrgernahe Regierung von au\u00dfen gezwungen, h\u00e4rter gegen die eigene Bev\u00f6lkerung zu regieren als jede andere zuvor. Und dabei ging es &#8211; in TTIP-Ma\u00dfst\u00e4ben &#8211; lediglich um einen dreistelligen Milliardenbereich.<\/p>\n<p>Liebe Politiker &#8211; h\u00f6rt die Signale! Lasst diesen Unsinn! TTIP geh\u00f6rt auf den M\u00fcll der Geschichte.<\/p>\n<p>Es gr\u00fc\u00dft herzlich<\/p>\n<p>Ihr JL7<\/p>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_3545 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_3545')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_3545').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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