Nachtrag: Der Startsound

Der Mac-Startsound unterscheidet den echten Mac von allen Nachbauten, und er hat es sogar zu Filmruhm gebracht. Im Pixar-Film „WALL·E – Der Letzte räumt die Erde auf“ ertönt der Startsound, nachdem der kleine Putzroboter seinen elektrischen Ladevorgang über seine eingebauten Solarmodule vollendet hat.

Es gibt Tricks, wie man den Startsound mit Software simuliert – das funktioniert aber erst, wenn das Betriebssystem bereits geladen ist, also viel zu spät. Es erinnert zudem auch ein wenig an Windows, bei man den Startsound seit Jahren auswählen kann. Die Standard-Startsounds für Windows seit 3.1 finden sich übrigens hier zum Abspielen.

Es musste also ein anderer Weg gefunden werden, und ich beschloss, das Thema ganz unabhängig vom eigentlichen Computer anzugehen. Zentrales Herzstück meines Startsounds wurde ein MP3-Player. Ich wählte die billigste Version, die auf ebay zu bekommen war: ein Gerät, das an den iPod shuffle 2G erinnert und mit einer MicroSD-Speicherkarte aufgerüstet werden muss, damit es brauchbar wird. Das Gerät kam nach etwa zwei Wochen aus China und kostete inklusive Versand gerade einmal 6 Euro.

Es stellte sich heraus, dass das Gerät eine durchaus gute Wahl darstellte. Nachdem eine Speicherkarte mit dem Startsound bespielt und in den Player eingesteckt war, legte das gute Stück beim Einschalten sofort los, ohne dass man erst einen Play-Knopf drücken musste. Der Startsound wurde dann allerdings in einer Endlosschleife abgespielt, ein wenig zusätzliche Elektronik war daher noch erforderlich.

Eine Demontage des MP3-Players zeigte Unspannendes: Eine kleine Platine, angetrieben von einem 3,6-Volt-Akku, der über USB geladen wurde. Angeblich sollte auch die SD-Karte über USB zugänglich sein, das hat bei meinen Versuchen jedoch nie funktioniert.

Was war nun zu tun:

Der Startsound sollte beim Einschalten einmal abgespielt werden. Danach sollte er deaktiviert werden. Daher verlängerte ich den Startsound mit 120 Sekunden Stille, um genügend Zeit für eine Reaktion zu bekommen. Mittels eines Standardbausteins (NE555) lötete ich eine Verzögerungsschaltung zusammen, die nach dem Einschalten für einige Sekunden eine Spannung von 3,6 Volt zur Verfügung stellt. Ich entfernte den Akku des Players, stellte die Verbindung zum Ausgang der Verzögerungsschaltung her und ließ ihn ansonsten eingeschaltet.

Nun konnte ich per Kopfhörer bereits den Startsound hören – einmalig beim Einschalten, wie es sein sollte. Der interne iMac-Lautsprecher ließ sich jedoch nicht so ohne weiteres an den Kopfhörerausgang anschließen. Daher musste aus einem anderen Standard-IC (TBA820M) ein kleiner Verstärker zusammengebaut werden, der den Kopfhörersound soweit verstärkte, dass der Lautsprecher ihn mit genügend Power wiedergeben konnte. Dazu braucht man eine ganze Menge Widerstände und Kondensatoren, aber letztlich funktionierte die kleine Schaltung einwandfrei.

Inzwischen hatte ich also drei Platinen, die gemeinsam über USB +5Volt betrieben werden. Beim Einschalten ertönt der klassische Mac-Startsound und gleichzeitig wird der Bildschirm hell – genauso, wie es beim Original auch ist.

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3 Kommentare zu Nachtrag: Der Startsound

  1. Robert sagt:

    Supertoll! Es gibt auch intelligente Menschen auf dem Planet (:

  2. Robert Bellissimo sagt:

    Tolles Projekt!
    aber wo bekommt man den Mac OS Startsound her?

  3. JeanLuc7 sagt:

    Salut,
    eigentlich gibts den an ganz viele Stellen im Netz als mp3. Einfach mal googeln. Verschicken kann ich ihn nicht – bin nicht der Rechteinhaber.
    Grüße, JL7

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