Der Selbstbau-iMac

Nachdem ich beim Umbau des iMac G4 auf LED-Beleuchtung Blut geleckt hatte, war recht schnell das nächste Projekt ausersehen: ein schnellerer, selbstgebauter Wohnzimmersurf-Computer – in den Eingeweiden eines iMac G4 („Lampe“). Natürlich wollte ich mich verbessern, also sollte auch ein größeres Display Platz finden, und eine schnellere drahtlose Verbindung als das altertümliche 11-MBit-WLAN sollte ebenfalls drin sein. Das System sollte zudem so leise wie möglich sein. Auf der anderen Seite sollte der neue Rechner meinen alten iMac 15″ so gut wie möglich ersetzen – alle Komponenten inklusive DVD-Laufwerk sollten nach wie vor einsatzbereit sein.

Vorab an alle Puristen: das im folgenden beschriebene Gerät ist ein „Hackintosh“, also ein Computer, der das Betriebssystem Mac OS X ausführt, obwohl er dafür nicht vorgesehen ist. Es sei aber gesagt, dass die folgende Bauanleitung (mit ganz wenigen Ausnahmen) unabhängig ist vom später eingesetzten Betriebssystem. Auch Windows oder ein Ubuntu laufen wunderbar auf der neuen Maschine.

Mein erster Plan war, in die Eingeweide eines defekten 17″-Geräts (mit einer Auflösung von 1440×900) eine Hauptplatine eines MacBook einzubauen. Diese Platine ist von der Größe her gerade passend, und sie hätte natürlich einen wesentlichen Vorteil, dass das entstehende Gerät absolut Mac-kompatibel gewesen wäre. Ein tieferes Studium der Materie ließ mich jedoch sehr schnell Abstand nehmen von dieser Idee. Denn zum einen werden selbst für defekte MacBooks noch Mondpreise bezahlt, zum anderen ist aber die Ansteuerung eines Displays außerhalb von VGA und DVI eine durchaus diffizile Sache und zudem bei Apple-Notebooks nicht wirklich dokumentiert.

Also entschied ich mich für den harten Weg – Verwendung von Standard-Komponenten und Aufbau eines neuen Rechners, auf dem alle Betriebssysteme laufen könnten. Die folgende Anleitung ist in mehrere Phasen gegliedert:

Viel Spaß beim Lesen, und ich freue mich über rege Kommentare.

Hier gibt es ein kurzes Video.

Herzlichst, JeanLuc7

 

10 Kommentare zu Der Selbstbau-iMac

  1. Pingback: Neuen PC in iMac G4 einbauen. - TweakPC Hardware Forum

  2. Mirza sagt:

    Hallo JeanLuc,

    erst einmal vielen Dank, dass du deine Erfahrungen hier mit uns teilst – danke für deine Mühe!
    Ich möchte in den nächsten Wochen einen eigenen g4 Mod starten, um den Aufwand etwas geringer zu halten wollte ich einen Mac Mini verbauen. Die größte Sorge, die ich habe ist das Anschließen des Bildschirms, da die LVDS Anschlüsse bekanntlich nicht genormt sind. Jetzt dachte ich mir in meinem Jugendlichen Leichtsinn, dass es doch „einfacher“ wäre ein 21,5 zoll samsung Monitor zu kaufen und diesen dann auseinander zu nehmen und das Panel in den G4 zu verbauen und den HDMI Anschluss durch den Arm ins Gehäuse zu führen und dort mit dem Mac mini zu verbinden. Habe ich da einen Denkfehler? Stelle ich es mir zu einfach vor? Ich hab die Sorge, dass ich keinen passenden LVDS to dvi oder HDMI Convention finde oder diesen noch mühselig umprogrammieren muss.

    Was meinst du, geht mein Plan auf?

    LG,
    Mirza

  3. Mirza sagt:

    … sollte natürlich Converter heißen nicht Convention 😉

  4. JeanLuc7 sagt:

    Hi Mirza,

    Ich vermute mal, du hast einen 20″ G4? Aber wie auch immer, sofern da noch ein Original-Apple-Panel drinsteckt, ist es viel einfacher. Diese Panels sind nämlich gar keine LVDS- sondern echte DVI-Panels. Man muss die Drähte lediglich an ein DVI-Kabel anlöten und für eine passende 12V-Stromversorgung sorgen, und das war’s auch schon. Ich schicke Dir mal ein Excel-File, in dem ich die einzelnen Drähte aufgeschlüsselt habe.

    Einen anderen 21″-Monitor einzubauen, das ist nicht ganz so einfach. Einerseits ist die Feder im Hals des iMac exakt auf das Gewicht des Panels abgestimmt. Heutige Panels sind dank LEDs leichter – der gesamte Bildschirm würde daher immer wieder nach oben rutschen und nicht halten. Zum zweiten ist das verbaute Panel ein 16:10-Panel. Heute hat man nur noch 16:9 – rein optisch sähe das nicht so hübsch aus, weil es Ränder gibt oder Teile überstehen.
    Viele Grüße,
    JL7

  5. Patrick sagt:

    Hallo, hätte da theoretisch vom Platz her eine Mac Mini Platine (Plastik Mac Mini oder Alu Mini) platz? Denn ich überlege mir, statt des riesen Aufwandes, wie du ihn betrieben hast, einen echten Mac in mein 20“er iMac G4 Gehäuse einzubauen, um u.a. den auch mit Mavericks zu steuern.

  6. Patrick sagt:

    PS: Wo könnte ich wohl ein 20“ FullHD (1900×1080) Panel herbekommen, welchen ich anschliessen könnte? Habe auf die Schnelle nichts finden können…

  7. Patrick sagt:

    Edit: 1900×1200 Pixel/ 16:10 Format mein ich (tut mir leid wegen der vielen Posts, kannst sie vielleicht zusammenfassen?)

  8. JeanLuc7 sagt:

    Hi Patrick,
    grundsätzlich passt ein Mac mini in das Gehäuse. Seinerzeit fand ich diese Lösung preislich nicht so spannend und vor allem war es mir ein Graus, einen funktionierenden Mini zu schlachten. Die in den G4-iMacs verbauten Displays können direkt an einen HDMI/DVI-Eingang angeschlossen werden, soweit würde das also gehen.

    Was sicher nicht geht, ist der Austausch des 20″-Displays durch ein höherauflösendes. Das liegt einfach darin, dass es keine 16:10-Displays mit 1920×1200 in 20″ gibt. Die mir bekannten Größen enden bei 17″ (für Notebooks) und beginnen dann wieder bei 23″. Dazwischen wurden nur die Auflösungen mit 1680×1050 verbaut. Ein anderes Display hätte auch den Nachteil, dass es nicht direkt an DVI angeschlossen werden könnte – du brauchst dann mindestens noch einen Wandler von DVI zu LVDS. In 17″-Größe habe ich so etwas einmal an anderer Stelle gemacht.

    Ich rate daher, mit der Auflösung des iMac zu leben (das Panel ist nämlich echt gut).

    Viele Grüße
    JL7

  9. Patrick sagt:

    Hallo, danke viel mal für deine Erklärung. Dann bleibe ich beim 20“ Display, obwohl eine höhere Auflösung schon toll gewesen wäre 😀

    Kannst du mir noch zeigen, wie das Display Anschlusskabel an einen DVI-Stecker angelötet werden kann? Ansonsten sollte der Umbau mit einem Mac Mini (2011/2012) meines Erachtens keine Probleme mit sich bringen. Ein DVD-Laufwerk werde ich aber wie beim Originalen iMac G4 einbauen. Muss ich da was spezielles beachten oder habe ich für den einen Anschluss?

    Viele Grüsse
    Patrick

  10. JeanLuc7 sagt:

    Hi Patrick,
    auf meinem Schreibtisch steht gerade ein iMac G5 (der Nachfolger), der das gleiche Panel besitzt wie dein G4. Der soll ebenfalls umgebaut werden, ich kann dir also aktuelle Daten liefern. Schick mir mal ne Nachricht an frank(at)brennecke.org, dann sende ich Dir etwas zur Kabelbelegung zu. Einige Infos findest Du auch auf der dremeljunkie-Seite (google), der hat einen G4-Umbau auch schon einmal durchgezogen.
    Grüße, JL7

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